KDU bei erneutem ALG II Bezug

Rund um Selbstständigkeit unter ALG II.
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Welfenprinz
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KDU bei erneutem ALG II Bezug

#1

Beitrag von Welfenprinz » Mo 15. Jun 2009, 18:08

Hallo liebes Forum,
ich war jetzt ein dreiviertel Jahr aus dem ALG II Bezug raus,
mußte jetzt jedoch aufgrund einbrechender Auträge wieder
ALG II beantragen :mrgreen:
Dazu nun meine Frage: Zählt nicht bei einem Neuantrag wieder
das halbe Jahr zur Übernahme der kompletten KDU?

Die Arge hat nur den normalen Betrag für Mietwohnungen in Höhe
von 315,-- € veranschlagt. Wir haben aber eine Eigenheim mit
Betriebsräumen. M.E. müßte zumindest für das erste halbe Jahr die
gesamte KDU übernommen werden. Ist das richtig?

Da unsere Betriebsräume im Eigenheim integriert sind, wurde mit dem
Finanzamt vereinbart, dass nach den genutzen qm verteilt wird, d.h.
33% der Wohnfläche fallen als Betriebsfläche an und entsprechend werden
die Hypothekenkosten verteilt, d.h. in unserem Fall 560,-- €/Monat für
Zins und Tilgung. Diesen Betrag haben ich in der EKS als Raumkosten aufgeführt,
die ja auch tatsächlich anfallen. Die Arge hat diesen Betrag willkürlich auf 179,00€
gekürzt. Wo bekommt man den Betriebsräume von 55 qm für 179,00 €?
Gibt es hierfür eine rechtliche Grundlage, oder welche Argumente kann ich im
Widerspruch angeben?

Vielen Dank im voraus für Eure Antworten!

LG
Welfenprinz :Daumen:

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Günter
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Re: KDU bei erneutem ALG II Bezug

#2

Beitrag von Günter » Mo 15. Jun 2009, 18:16

Die 560 € sind tatsächlich ein Drittel der Gesamtkosten? Das heißt eure Privatkosten liegen bei 1120 €?

Die Tilgung ist Vermögensbildung und wird nicht übernommen, es sei denn die Tilgung ist fast abgeschlossen, dazu gibt es ein BSG Urteil.
Ist der einzige Existenzgrund für Milliarden Menschen nur die Befriedigung der Profitgier der Besitzenden? Oder haben diese Menschen auch ein Anrecht auf ein menschenwürdiges Leben?

Ich könnte freundlich, aber wozu? :6:

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Koelsch
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Re: KDU bei erneutem ALG II Bezug

#3

Beitrag von Koelsch » Mo 15. Jun 2009, 18:20

Im einfach ändern ist ARGE groß und erfindungsreich. Allerdings hast Du auch einen Denkfehler in Deiner Rechnung.

Die Tilgung wird Dir ARGE nicht anerkennen, egal, ob Du die bei den privaten Wohnkosten hast oder die beim Gewerbe aufführst. Ist auch irgendwo verständlich, sonst könnte der Selbstständige auf diesem Umweg einen Teil der Tilgung fürs Eigenheim doch über ALG II bekommen.

Rechne das sauber aus, mit den "sauberen" Zahlen begründest Du den Widerspruch und läßt gleichzeitg einfließen, dass es für die Anrechnung eines geschätzten Einkommens keinerlei Rechtsgrundlage gibt.
Frei nach Hanns-Dieter Hüsch, ist der Kölner überhaupt zu allem unfähig. Er weiß nix, kann aber alles erklären.
Deshalb kann von mir keine Rechtsberatung erfolgen, auch nicht per e-mail oder PN.

Welfenprinz
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Re: KDU bei erneutem ALG II Bezug

#4

Beitrag von Welfenprinz » Mo 15. Jun 2009, 18:33

Ok, die Tilgung kann ich herausrechnen, obwohl ich trotzdem
der Meinung bin, dass die Kosten nunmal anfallen. Bei gemieteten
Geschäftsräumen wird die anfallende Miete ja auch zu grundegelegt.
Geschäftsräume für 3,25 € gibt es m.E. nicht. Wir haben ja extra die
Geschäftsräume mit ins Haus genommen, damit wir nicht mehr die
hohen Mieten zahlen müssen.
Komisch ist es schon, bestraft wird man immer.

Aber danke für den Tipp!

LG
E. Janssen

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kleinchaos
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Re: KDU bei erneutem ALG II Bezug

#5

Beitrag von kleinchaos » Mo 15. Jun 2009, 19:15

Hallo Welfenprinz,
du sollst ja mit ALG2 kein Vermögen machen :mrgreen:
Deswegen wird die Tilgung auch nicht gezahlt, sondern nur der Kapitaldienst zuzüglich der Betriebskosten.
Bei Miete verdient sich ein anderer die goldene Nase.
"Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei - mögen sie noch so zahlreich sein - ist keine Freiheit. Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden." Rosa Luxemburg

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