H4 und Existenzgründung

Rund um Selbstständigkeit unter ALG II.
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lolliball
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H4 und Existenzgründung

#1

Beitrag von lolliball » Do 6. Aug 2009, 12:34

Hallo Leute,

nach längerer Abstinenz werde ich euch nun wieder öfter beehren :D

Ich hab ein gutes Angebot bekommen, und ab Montag werde schon wieder arbeiten, mit Gewerbeschein (unter H4).

Nun meine Fragen:

Welche Fördermöglichkeiten gibt es, abgesehen von Krediten, denn die darf ich als einer in der "Wohlverhaltensphase" nicht in anspruch nehmen...?

Ich habe gerade mit "dem Amt" telefoniert, die sagten es gäbe 6 Monate 200€ nicht rückzahl- und nicht anrechenbar, und man versucht einen "Bildungsgutschein" für mich zu bekommen (für einen Lehrgang den ich dann nach Feierabend absolvieren möchte).

Besten Dank,
Lolliball :)
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kleinchaos
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Re: H4 und Existenzgründung

#2

Beitrag von kleinchaos » Do 6. Aug 2009, 12:38

Hallo Lolliball,

erstmal Glückwunsch zu dem Auftrag.

Ein Kredit zur Einkommenserzielung sollte doch auch in der Wohlverhaltensphase machbar sein? Sprich mal mit deinem Insolvenzverwalter darüber. Schließlich willst du ja auch mal über den Hartz4-Satz hinauskommen und könntest dann einen gewissen Teil zur Gläubigerbefriedigung beitragen?
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lolliball
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Re: H4 und Existenzgründung

#3

Beitrag von lolliball » Do 6. Aug 2009, 12:46

Hallo KleinChaos,

danke für die Antwort, -ich will selber keinen Kredit, denn ich habe zuerst vor, völlig schuldenfrei zu werden und auch zu bleiben.

Für mein Gewerbe brauche ich auch keinen Kredit, da ich als Handwerker nur Stundenlohnarbeiten mache, ohne jegliche Materialwirtschaft. Meine Schulden sind im Moment überschaubar, im 3-Stelligen Bereich (zum Glück), und es sind Rückzahlungen an die Arge, und 2-3 Blitzerfotos *lach*. Die Restschuldbefreiung werde ich erst 2012 erreichen, dann bin ich wirklich frei.

Mir ging es eher um Fördermittel die die Existenzgründung in Form nicht rückzahlbarer oder einmaliger "Zuwendungen" unterstützen.

Als 2. Standbein soll der Lehrgang dienen, -Energieberater-, der zur Ausstellung von Gebäudepässen berechtigt. Bin ja schon Hwk-Meister, also dafür sind alle Voraussetzungen da.
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Re: H4 und Existenzgründung

#4

Beitrag von kleinchaos » Do 6. Aug 2009, 12:53

§ 16b 1) Einstiegsgeld
(1) 1Zur Überwindung von Hilfebedürftigkeit kann erwerbsfähigen Hilfebedürftigen, die arbeitslos sind, bei Aufnahme
einer sozialversicherungspflichtigen oder selbständigen Erwerbstätigkeit ein Einstiegsgeld erbracht werden, wenn dies
zur Eingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt erforderlich ist. 2Das Einstiegsgeld kann auch erbracht werden, wenn
die Hilfebedürftigkeit durch oder nach Aufnahme der Erwerbstätigkeit entfällt.
(2) 1Das Einstiegsgeld wird, soweit für diesen Zeitraum eine Erwerbstätigkeit besteht, für höchstens 24 Monate erbracht.
2Bei der Bemessung der Höhe des Einstiegsgeldes sollen die vorherige Dauer der Arbeitslosigkeit sowie die Größe der
Bedarfsgemeinschaft berücksichtigt werden, in der der erwerbsfähige Hilfebedürftige lebt.
(3) 1Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales wird ermächtigt, im Einvernehmen mit dem Bundesministerium der
Finanzen ohne Zustimmung des Bundesrates durch Rechtsverordnung zu bestimmen, wie das Einstiegsgeld zu
bemessen ist. 2Bei der Bemessung ist neben der Berücksichtigung der in Absatz 2 Satz 2 genannten Kriterien auch ein
Bezug zu der für den erwerbsfähigen Hilfebedürftigen jeweils maßgebenden Regelleistung herzustellen.
1) § 16b eingefügt durch G zur Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente vom 21. 12. 2008 (BGBl. I S. 2917), in Kraft ab 1. 1. 2009
§ 16c 1) Leistungen zur Eingliederung von Selbständigen
(1) 1Leistungen zur Eingliederung von erwerbsfähigen Hilfebedürftigen, die eine selbständige, hauptberufliche Tätigkeit
aufnehmen oder ausüben, können nur gewährt werden, wenn zu erwarten ist, dass die selbständige Tätigkeit wirtschaft-
lich tragfähig ist und die Hilfebedürftigkeit durch die selbständige Tätigkeit innerhalb eines angemessenen Zeitraums
dauerhaft überwunden oder verringert wird. 2Zur Beurteilung der Tragfähigkeit der selbständigen Tätigkeit soll die
Agentur für Arbeit die Stellungnahme einer fachkundigen Stelle verlangen.
(2) 1Erwerbsfähige Hilfebedürftige, die eine selbständige, hauptberufliche Tätigkeit aufnehmen oder ausüben, können
Darlehen und Zuschüsse für die Beschaffung von Sachgütern erhalten, die für die Ausübung der selbständigen Tätigkeit
notwendig und angemessen sind. 2Zuschüsse dürfen einen Betrag von 5000 Euro nicht übersteigen.
1) § 16c eingefügt durch G zur Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente vom 21. 12. 2008 (BGBl. I S. 2917), in Kraft ab 1. 1. 2009
http://www.arbeitsagentur.de/zentraler- ... SGB-II.pdf

Alles Könnte, Würde, Sollte, Hätte ...

Über das Einstiegsgeld müsstest du mit deinem SB reden. So direkt gibts das nicht mehr, das ist jetzt im persönlichen Budget alles enthalten. Der SB kann daraus individuell Mittel entnehmen. ZB für den Energieberaterpass, fürs Einstiegsgeld usw.
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Re: H4 und Existenzgründung

#5

Beitrag von lolliball » Do 6. Aug 2009, 12:57

Vielen Dank :)

Das hilft mir schon weiter. Mal sehn was der Gute aufm "Amt" dazu sagen wird.
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