Ausbildung nicht förderfähig - was nun?

Hilfe bei der Antragstellung und dem ALG II Bescheid
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kleinchaos
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Ausbildung nicht förderfähig - was nun?

#1

Beitrag von kleinchaos » Do 9. Aug 2018, 12:25

ELb hat Grafik/Design studiert, so richtig feste Jobs gabs nie, Selbständigkeit war über etliche Jahre nicht bedarfsdeckend, der Markt ist wohl gesättigt bzw übersättigt.
ELB ist nun 40. Möchte eine Ausbildung zum Ergotherapeuten machen, hat auch schon Einstellungszusage für den Fall der bestandenen Ausbildung.

Ergotherapeut ist eine schulische Ausbildung, bafög-fähig. Bafög bekommt eLB aber nicht mehr. Stipendien bzw kfw-Kredite gibts erst ab dem 2. Ausbildungsjahr.
Nun ist guter Rat teuer. Wie kann der Lebensunterhalt während der Ausbildung gesichert werden? Nebenjobs werden keinesfalls bedarfsdeckend sein können, da wirklich viel gelernt werden muss.

Mir fällt jetzt nur noch Teilzeitausbildung ein, damit weiterhin ALG2 gezahlt werden kann. Ob es diese Möglichkeit gibt muss noch bei der Schule erfragt werden.

Hat jemand noch eine andere zündende Idee?
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marsupilami
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Re: Ausbildung nicht förderfähig - was nun?

#2

Beitrag von marsupilami » Do 9. Aug 2018, 12:51

Ist beim Ergotherapeuten noch was drinne?
Über die Einstellungszusage hinaus?

Banken?
Kfw-Bank?
Signatur?
Muss das sein?

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tigerlaw
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Re: Ausbildung nicht förderfähig - was nun?

#3

Beitrag von tigerlaw » Do 9. Aug 2018, 13:04

Schreib doch eine PN an KOSIMA, die hat ja auch ene Praxis für Ergotherapie, hat sich inzwischen vom JC freigestrampelt.

Vielleicht kann sie noch weitere Info geben.

Ich rufe sie aber parallel auch noch an (wir kennen uns von der Schule, sie war ein Jahrgang unter mir).
Ich darf sogar beraten - bei Bedarf bitte PN!

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tigerlaw
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Re: Ausbildung nicht förderfähig - was nun?

#4

Beitrag von tigerlaw » Do 9. Aug 2018, 13:09

Zwischeninfo:

Ihr Handy ist ausgeschaltet, ich habe ihr auf Festnetz-AB eine entsprechende Hinweisnachricht aufgesprochen.
Ich darf sogar beraten - bei Bedarf bitte PN!

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kleinchaos
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Re: Ausbildung nicht förderfähig - was nun?

#5

Beitrag von kleinchaos » Do 9. Aug 2018, 13:34

Danke Tiger
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Kosima
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Re: Ausbildung nicht förderfähig - was nun?

#6

Beitrag von Kosima » Do 9. Aug 2018, 16:56

Ihe Lieben,

Hier bin ich schon:
Eine Ergotherapie-Ausbildung ist leider - meines Wissens nach - als Teilzeitausbildung nicht möglich! Dafür ist der Lernstoff auch zu umfangreich, - und tägliche praktische Übungen sind notwendig. ich hatte damals 44 Unterrichtsfächer, die 11 Handwerke eingeschlossen!

Und es ist richtig, daß es sehr schwer bzw. fast unmöglich ist, diese Ausbildung gleichzeitig mit Nebenjobs zu durchlaufen.
Dafür fehlt einfach die Zeit, weil man 8 Stunden am Tag die Schulbank drücken muß und danach auch noch viel lernen muß.

Es gibt für ELB aber auch noch ein anderes Problem:
Der Berufsverband der Ergotherapeuten kämpft immer noch darum, daß diese Ausbildung demnächst kostenfrei sein soll, - denn zur Zeit zahlt man ja für die Ausbildung noch viel Geld, also Schulgeld! Das liegt etwa zwischen 200 und 400 Euro im Monat! Es sei denn, man hat das große Glück, auf einer staatliche Schule einen Platz zu bekommen. Aber es gibt kaum staaliche Schulen. Ich kenne nur eine in Frankfurt!

Es ist völlig klar, daß ELB nach ihrem Staatsexamen sofort eine Anstellung finden würde, - denn wir haben Therapeutenmangel ohne Ende!

Auch mir fällt beim besten Willen nicht ein, wie ELB ihren Lebensunterhalt, und dann noch gleichzeitig das Schulgeld dazu bekommen soll. :1:

Bei mir hat damals noch das Arbeitsamt Unterhalt und Schulgeld für mich gezahlt, - aber auch nur, weil es meine allererste Ausbildung war und damals auch dreijährige Ausbildungen noch vom Arbeitsamt finanzierte wurde. (1999) Heute weht ein sehr viel rauherer Wind in Deutschland!!

Da braucht es wohl einen wohltätigen Sponsor. Mal vielleicht bei Kirche und Co nachhorchen, ob die vielleicht einen Hilfsfond haben?

Liebe Grüße
Kosima :laub:
Glück kommt nicht von den Dingen, die wir besitzen;
Glück kommt durch unsere Arbeit und
die innere Erfüllung, die wir dabei erfahren.

Kosima (frei nach Mahatma Gandhi)

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Re: Ausbildung nicht förderfähig - was nun?

#7

Beitrag von tigerlaw » Do 9. Aug 2018, 19:46

Kosima hat geschrieben:
Do 9. Aug 2018, 16:56
(..) Aber es gibt kaum staatliche Schulen. Ich kenne nur eine in Frankfurt!

Es ist völlig klar, daß ELB nach ihrem Staatsexamen sofort eine Anstellung finden würde, - denn wir haben Therapeutenmangel ohne Ende!

Auch mir fällt beim besten Willen nicht ein, wie ELB ihren Lebensunterhalt, und dann noch gleichzeitig das Schulgeld dazu bekommen soll. :1:

Bei mir hat damals noch das Arbeitsamt Unterhalt und Schulgeld für mich gezahlt, - aber auch nur, weil es meine allererste Ausbildung war und damals auch dreijährige Ausbildungen noch vom Arbeitsamt finanzierte wurde. (1999) Heute weht ein sehr viel rauherer Wind in Deutschland!!

Da braucht es wohl einen wohltätigen Sponsor. Mal vielleicht bei Kirche und Co nachhorchen, ob die vielleicht einen Hilfsfond haben?

Liebe Grüße
Kosima :laub:

Da kann kc für Ihren Schützling doch evtl. hiervon viewtopic.php?p=490107#p490107 Honig saugen!.
Ich darf sogar beraten - bei Bedarf bitte PN!

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Re: Ausbildung nicht förderfähig - was nun?

#8

Beitrag von marsupilami » Do 9. Aug 2018, 19:59

Das hieße dann beim JC nochmal vorstellig werden und sagen:
zahlt das Schulgeld und Unterhalt, es gibt da ansonsten keine Möglichkeit.
Noch bin ich jung genug für eine andere komplexe Ausbildung.
Einstellungszusage steht ja.

Wenn JC dann schriftlich ablehnt, zum SG.
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Re: Ausbildung nicht förderfähig - was nun?

#9

Beitrag von kleinchaos » Do 9. Aug 2018, 20:35

Aus dem Fall mit der Ferienarbeit gibts nicht so viel Honig.
Und die Sache mit dem Unterhaltsgeld ist eben gerade im SGB2 nicht drin.
Wenn man da mal den Fall mit den 28m² und der Untervermietung nimmt und die Begründung des Gerichtes, warum der Schüler eben kein höheres Wohngeld bekommt, dann weis man, wo der Hase langläuft, genau das gleiche trifft hier nämlich zu.
Prinzipiell förderfähige Ausbildung = kein ALG2, in keinem Fall.

Schulgeld ist hier nicht mal dolle hoch. Teilweise ab 58€. Die Heimerer-Schulen verzichten auf Schulgeld und nehmen nur die Prüfungsgebühren.
Das Schulgeld ist längst nicht mehr so teuer wie früher, weil es von Bund und Ländern da Zuschüsse in Größenordnungen gibt.

Das einzige, was mir jetzt noch einfällt wäre Meister-Bafög.
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Re: Ausbildung nicht förderfähig - was nun?

#10

Beitrag von Koelsch » Do 9. Aug 2018, 20:45

Lies Dir mal die Sachen durch, die Dir der Tiger senden wird - ich denke, da steckt schon was an Honig drin.
Frei nach Hanns-Dieter Hüsch, ist der Kölner überhaupt zu allem unfähig. Er weiß nix, kann aber alles erklären.
Deshalb kann von mir keine Rechtsberatung erfolgen, auch nicht per e-mail oder PN.

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