Bin da reichlich überfordert

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Koelsch
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Bin da reichlich überfordert

#1

Beitrag von Koelsch » Di 16. Okt 2018, 20:39

Eltern eines eLB (tatsächlich ALG II Bezug) haben sog. Berliner Testament geschlossen = zunächst mal erbt der überlebende Ehepartner alles.

Mutter stirbt, Papa erbt - so weit so ok.

Wesentliches Erbe ist eine Finca auf Malle - dort lebten die Eltern auch seit Jahren. Wert (Gutachten durch Vater in Auftrag gegeben, der "extremes" Interesse an niedrigem Wert hat) in 2014 € 220,000.

Gekauft wurde die Finca in 2010 für € 350.000, danach wurde dann aber, natürlich "extrem wertmindernd", nur noch der Pool zusätzlich gebaut

Bild

Kurz nach dem Tod der Mutter findet Vater tröstenden Zuspruch bei einer neuen, ebenfalls deutschen Lebensgefährtin. Da er nun "plötzlich" feststellt, dass er dringendst Geld benötigt, verkauft er die Finca an diese Lebensgefährtin für den stolzen Preis von € 8.000 plus, so vermute ich ohne es zu wissen, lebenslanges Wohnrecht für ihn.

Heißt also: Erbe ist weg, Papa lacht sich halbtot über sein "dämliches" Kind.

Mir ist klar, nach deutschem Recht wäre der Verkauf nach § 2289 BGB vermutlich unwirksam, aber was macht man in Spanien, wenn man nicht mal das Geld hat, um dorthin zu fliegen, um dem Papa was auf die Schn... zu geben (natürlich nur verbal).
Frei nach Hanns-Dieter Hüsch, ist der Kölner überhaupt zu allem unfähig. Er weiß nix, kann aber alles erklären.
Deshalb kann von mir keine Rechtsberatung erfolgen, auch nicht per e-mail oder PN.

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kleinchaos
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Re: Bin da reichlich überfordert

#2

Beitrag von kleinchaos » Mi 17. Okt 2018, 05:27

Wir hatten doch mal den Fall, zumindest in den Urteilen irgendwo, dass ein eLB nach dem Tod eines Elternteils mit Berlinder Testament trotzdem seinen Pflichtteil einklagen sollte?
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marsupilami
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Re: Bin da reichlich überfordert

#3

Beitrag von marsupilami » Mi 17. Okt 2018, 09:10

Die Hauptfrage wird sein, in wie weit deutsches Recht im Ausland anwendbar und wirksam und durchsetzbar ist.

Dazu kommt noch die Frage nach der Staatsbürgerschaft des Papa's bzw. seinem gewöhnlichen Aufenthalt.

Ich vermute mal, dass ohne Korrespondenzanwalt (oder wie das heißt) in Spanien - mit entsprechenden Kenntnissen - nichts geht.
Und der wird vermutlich erst nach Eingang eines ordentlichen Vorschusses tätig werden.
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Koelsch
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Re: Bin da reichlich überfordert

#4

Beitrag von Koelsch » Mi 17. Okt 2018, 09:36

Genau so isses - Papa ist Deutscher mit Wohnsitz in Malle, gleiches gilt für die "Käuferin" der Finca
Frei nach Hanns-Dieter Hüsch, ist der Kölner überhaupt zu allem unfähig. Er weiß nix, kann aber alles erklären.
Deshalb kann von mir keine Rechtsberatung erfolgen, auch nicht per e-mail oder PN.

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Re: Bin da reichlich überfordert

#5

Beitrag von marsupilami » Mi 17. Okt 2018, 13:49

Rein theoretisch könnte man Papa also nach teutschem Recht verklagen.

Nur: in welchem Bereich?

Denn Erwerb und Verkauf der Finca sind vermutlich nach spanischem Recht getätigt worden.

Und wie weit teutsches Erbschaftsrecht auf spanisches Grundstücksrecht Einfluß haben kann - :1:
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Re: Bin da reichlich überfordert

#6

Beitrag von Günter » Mi 17. Okt 2018, 14:24

Es geht nicht um spananischen Landbesitz, sondern um den Wert der Erbschaft nach deutschen Recht.
Ist der einzige Existenzgrund für Milliarden Menschen nur die Befriedigung der Profitgier der Besitzenden? Oder haben diese Menschen auch ein Anrecht auf ein menschenwürdiges Leben?

Ich könnte freundlich, aber wozu? :6:

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Re: Bin da reichlich überfordert

#7

Beitrag von tigerlaw » Mi 17. Okt 2018, 18:28

Nein, bei Immobilien im Nachlass entsteht eine Nachlassspaltung. Die Vererbung der Finca unterliegt spanischem Recht.
Und im Spanischen Recht - genauso wie in anderen romanischen Rechtskreisen - ist ein Berliner Testament nicht gültig.
Zuletzt geändert von tigerlaw am Mi 17. Okt 2018, 18:28, insgesamt 1-mal geändert.
Ich darf sogar beraten - bei Bedarf bitte PN!

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Re: Bin da reichlich überfordert

#8

Beitrag von Christoph » Mi 17. Okt 2018, 18:28

kleinchaos hat geschrieben:
Mi 17. Okt 2018, 05:27
Wir hatten doch mal den Fall, zumindest in den Urteilen irgendwo, dass ein eLB nach dem Tod eines Elternteils mit Berlinder Testament trotzdem seinen Pflichtteil einklagen sollte?
In vielen Fällen erfährt das JC nichts vom Tod der Angehörigen. :pssst:

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