Beistand, wie macht man es richtig?

Hier können Fragen gestellt werden, die in den anderen Hilfethemen nicht passen.
HarzerUrvieh
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Beistand, wie macht man es richtig?

#1

Beitrag von HarzerUrvieh » Do 24. Jan 2019, 10:02

Hallo zusammen,

ich bin hoffentlich "vorübergehend Kunde" im Jobcenter. Als Kunde erfahre ich selbst immer wieder ein sehr fragwürdiges Verhalten der JC-Mitarbeiter. Sei es im Gesprächstermin oder bei schriftlicher Kommunikation.

Jetzt ist es so, dass ich mich recht gut verständigen kann und die Landessprache verhandlungssicher beherrsche. Abgesehen von kleineren Rechtschreibfehlern usw. ;-)

Gestern habe ich in "meinem" Jobcenter erlebt, wie einem anderen Kunden mit dem Rauswurf durch die Polizei gedroht wurde.
Der Kunde wirke auf mich völlig verzweifelt. Er saß, offensichtlich hilflos und den Tränen nah, in der Wartezone des Eingangsbereichs. Ein JC-Mitarbeiter, vermutlich ein Sachbearbeiter, stand direkt vor ihm und rede auf den Kunden ein. Er habe das Gebäude sofort zu verlassen, sonst würde er die Polizei hinzuziehen. Der Ton war schon recht schroff und provokant. Dabei stand der Mitarbeiter so vor dem Kunden, dass dieser nicht ohne das Ausweichen des JC-Mitarbeiters hätte aufstehen können. Der Kunde versuchte dem JC-Mitarbeiter klar zu machen, dass er "es" nicht versteht (ich weiß leider nicht, was mit "es" gemeint war).

Leider habe ich keine Ahnung, wie es zu dieser Situation kam. Ich war sehr betroffen von dieser Situation, war aber auch mit meiner eigenen Anmeldung zum Termin beschäfftigt.

Mich beschäfftigt jetzt die Frage, wieso für Kunden mit erkennbarem Migrationshintergrund oder feststellbarer Kommunikations-Schwierigkeiten kein Beistand, Dolmetscher o.ä. angeboten wird?

Gibt es so etwas, wie ein Netzwerk von Beiständen?
Wo man sich dazu austauschen kann?
Wo man vielleicht als Beistand-Neuling "eingearbeitet" wird?

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friys
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Re: Beistand, wie macht man es richtig?

#2

Beitrag von friys » Do 24. Jan 2019, 10:33

HarzerUrvieh hat geschrieben:
Do 24. Jan 2019, 10:02
Ich war sehr betroffen von dieser Situation, war aber auch mit meiner eigenen Anmeldung zum Termin beschäfftigt.
"schau nicht weg! bleib fair!" Sechs Regeln für Zivilcourage und mehr Sicherheit im Alltag: https://zeig-courage.de/courage-informa ... ilcourage/

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Re: Beistand, wie macht man es richtig?

#3

Beitrag von marsupilami » Do 24. Jan 2019, 10:36

Es gibt div. lokale Iniativen, die in ihrem "Zuständigkeitsbereich" Begleitung zum JC bieten.
Manche bieten auch pdf's bzw. zip's mit gesammelten Infos an:

http://www.erwerbslos.de/adressen/41-be ... in-zum-amt

https://www.lagalo.de/2018/10/materials ... n-zum-amt/

http://elo-leipzig.de/

http://www.labournet.de/politik/erwerbs ... e-auflage/

Rechtlich:
https://www.anwalt-kiel.com/sozialrecht ... -tricksen/


Hier eine "Datenbank". Wie aktuell die ist, weiß ich nicht.
http://wirgehenmit.org/?page_id=1506

Auch Tacheles bietet eine entsprechende Suche an:
https://www.my-sozialberatung.de/adressen


Thema Dolmetscher:
http://www.soziale-schuldnerberatung-ha ... eberhaupt/
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Re: Beistand, wie macht man es richtig?

#4

Beitrag von marsupilami » Do 24. Jan 2019, 10:53

Nachtrag:
Die (Haupt-)Problematik wird sein, dass die Betroffenen gar nicht wissen, wo und wie sie an einen Beistand kommen, dass sie überhaupt das Anrecht auf Beistand und Dolmetscher haben.

Das würde quasi bedeuten, dass Beistände und Dolmetscher Anzeigen in Zeitungen schalten müssten, Plakate kleben an Plakatwände, an die Schaufenster von Läden, Imbissbuden und Restaurants die von den Betroffenen frequentiert werden.

Oft aber sind die Beistände und verfügbaren Dolmetscher - ähnlich wie Du - selbst Betroffene und können sich diesen Aufwand gar nicht leisten.

Auch ist es sinnvoll, dass auch diese Beistände und Dolmetscher Rückhalt haben in einer Iniative, denn der ein oder andere Termin artet dann schon in eine Art Konfrontation aus, wo man/vrau sich Rückmeldung, Verständnis aber auch Anregung für Verbesserung der eigenen "Leistung" holen kann.

Ähnlich wie Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungssanis bekommen nach schwierigen Einsätzen mit Schwerverletzten oder gar Toten.


:ironiea:
Die Frage beim JC, ob Du dort - z.B. per Plakat, Aushang o.ä. - Deine Dienste anbieten darfst, kannst Du Dir vermutlich sparen. :unschuld:
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Re: Beistand, wie macht man es richtig?

#5

Beitrag von HarzerUrvieh » Do 24. Jan 2019, 11:18

Danke Marsu!

Genau das meine ich. Rückhalt, Austausch, Vorbereitung, Supervision...

Nachtrag:
und genau dort, beim JC muss man danach Fragen! Ist doch auch in derem Interesse, wenn ein sachkundiger Beistand kommt. ;-)

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Re: Beistand, wie macht man es richtig?

#6

Beitrag von marsupilami » Do 24. Jan 2019, 11:24

Was Du machen kannst: wenn Du solche Situationen beobachtest, siehst dass Menschen mit Tränen aus dem Büro kommen, denen für den nächsten Termin Beistand anzubieten.
Direkt in die Situation intervenieren - mußt Du selber entscheiden.
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Re: Beistand, wie macht man es richtig?

#7

Beitrag von Günter » Do 24. Jan 2019, 11:59

Ist der einzige Existenzgrund für Milliarden Menschen nur die Befriedigung der Profitgier der Besitzenden? Oder haben diese Menschen auch ein Anrecht auf ein menschenwürdiges Leben?

Ich könnte freundlich, aber wozu? :6:

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Re: Beistand, wie macht man es richtig?

#8

Beitrag von kleinchaos » Do 24. Jan 2019, 12:25

Menschen mit Sprachhemmnissen steht ein Dolmetscher zu. Das Jobcenter MUSS diesen Dolmetscher zur Verfügung stellen! Jeder Mensch hat Anspruch auf barrierefreie Behördennutzung. Örtliche Migrantenberatungen können auch Beistände vermitteln bzw suchen sogar Beistände.

Ich findes es einfach toll, dass du helfen willst. Vielen Dank dafür
"Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei - mögen sie noch so zahlreich sein - ist keine Freiheit. Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden." Rosa Luxemburg

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Re: Beistand, wie macht man es richtig?

#9

Beitrag von HarzerUrvieh » Do 24. Jan 2019, 17:31

marsupilami hat geschrieben:
Do 24. Jan 2019, 11:24
Was Du machen kannst: wenn Du solche Situationen beobachtest, siehst dass Menschen mit Tränen aus dem Büro kommen, denen für den nächsten Termin Beistand anzubieten.
Direkt in die Situation intervenieren - mußt Du selber entscheiden.
Das "Beistand anbieten" muss ich erst noch zu Ende denken. Da ich derzeit selbst fast absaufe, bin ich wohl eher keine große Stütze für andere.

Direkt in dieser Situation zu intervenieren hätte mich sicher überfordert. Mein Gespräch danach lief ja ähnlich ab. Ich vermute, SB ist jetzt heiser. Irgendwie habe ich etwas gesagt/gemacht, dass in so provozierte, das er laut wurde ;-)

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Re: Beistand, wie macht man es richtig?

#10

Beitrag von schimmy » Do 24. Jan 2019, 17:40

HarzerUrvieh hat geschrieben:
Do 24. Jan 2019, 17:31
marsupilami hat geschrieben:
Do 24. Jan 2019, 11:24
Was Du machen kannst: wenn Du solche Situationen beobachtest, siehst dass Menschen mit Tränen aus dem Büro kommen, denen für den nächsten Termin Beistand anzubieten.
Direkt in die Situation intervenieren - mußt Du selber entscheiden.
Das "Beistand anbieten" muss ich erst noch zu Ende denken. Da ich derzeit selbst fast absaufe, bin ich wohl eher keine große Stütze für andere.

Direkt in dieser Situation zu intervenieren hätte mich sicher überfordert. Mein Gespräch danach lief ja ähnlich ab. Ich vermute, SB ist jetzt heiser. Irgendwie habe ich etwas gesagt/gemacht, dass in so provozierte, das er laut wurde ;-)
Ich stelle mir die Frage warum lässt man sich von einem SB anschreien?

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Re: Beistand, wie macht man es richtig?

#11

Beitrag von marsupilami » Do 24. Jan 2019, 18:09

Um die Reaktion auf die Provokation auszukosten - und außerdem: wer schreit, hat nicht immer recht!
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Re: Beistand, wie macht man es richtig?

#12

Beitrag von HarzerUrvieh » Do 24. Jan 2019, 18:18

schimmy hat geschrieben:
Do 24. Jan 2019, 17:40
HarzerUrvieh hat geschrieben:
Do 24. Jan 2019, 17:31
marsupilami hat geschrieben:
Do 24. Jan 2019, 11:24
Was Du machen kannst: wenn Du solche Situationen beobachtest, siehst dass Menschen mit Tränen aus dem Büro kommen, denen für den nächsten Termin Beistand anzubieten.
Direkt in die Situation intervenieren - mußt Du selber entscheiden.
Das "Beistand anbieten" muss ich erst noch zu Ende denken. Da ich derzeit selbst fast absaufe, bin ich wohl eher keine große Stütze für andere.

Direkt in dieser Situation zu intervenieren hätte mich sicher überfordert. Mein Gespräch danach lief ja ähnlich ab. Ich vermute, SB ist jetzt heiser. Irgendwie habe ich etwas gesagt/gemacht, dass in so provozierte, das er laut wurde ;-)
Ich stelle mir die Frage warum lässt man sich von einem SB anschreien?
Nun ja, ich wollte hören, was SB zu sagen hat. Ich bin doch höflich. Die Aufnahme davon werde ich vielleicht als neuen Klingelton nutzen ;-)

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Re: Beistand, wie macht man es richtig?

#13

Beitrag von Günter » Do 24. Jan 2019, 18:27

Vorsicht, Tonaufnahmen ohne Einverständnis des Schreihalses können strafbar sein.
Ist der einzige Existenzgrund für Milliarden Menschen nur die Befriedigung der Profitgier der Besitzenden? Oder haben diese Menschen auch ein Anrecht auf ein menschenwürdiges Leben?

Ich könnte freundlich, aber wozu? :6:

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Re: Beistand, wie macht man es richtig?

#14

Beitrag von Koelsch » Do 24. Jan 2019, 18:31

Nur mal so in den Raum gestellt:

Man kommt mit Beistand zu SB'chen. Beistand packt voll wichtig dicken Block und 3 gespitzte Bleistifte aus, drückt dabei die Aufnahmetaste des Diktiergeräts in seiner Tasche und fragt SB'chen: "Sind Sie damit einverstanden, wenn ich das Gespräch aufzeichne?" .... und SB'chen sagt. "Hab nix dagegen." ....... :unschuld: :unschuld:

Und dann schreibt Beistand während des Gesprächs fleißig die Bleistifte stumpf. :unschuld: :zwinker:
Frei nach Hanns-Dieter Hüsch, ist der Kölner überhaupt zu allem unfähig. Er weiß nix, kann aber alles erklären.
Deshalb kann von mir keine Rechtsberatung erfolgen, auch nicht per e-mail oder PN.

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Re: Beistand, wie macht man es richtig?

#15

Beitrag von kleinchaos » Do 24. Jan 2019, 18:57

Die Tonaufname selbst darf man nicht benutzen als "Beweis". Jedoch kann man anhand der Aufnahme ein Gesprächsprotokoll erstellen. In dem ich aber nicht unbedingt wortwörtlich den Dialog schreiben würde, nur besonders "aussagekräftige" Zitate auch wortwörtlich widergeben würde. So mache ich das auch wenn ich als Beistand mitschreibe. Stichpunkte. Nur sehr denkwürdige Sprüche schreib ich wortwörtlich mit.
Allerdeings gibt es wenige SB, die sich im Beisein eines Beistandes soweit vergessen, dass sie beleidigend werden und rumschreien.

Und doch, gerade wenn du selber in so einer miesen Situation bist, ist es nicht falsch als Beistand mitzugehen. Im besten Fall hast du dann auch gleich beim nächsten mal einen Beistand. Helft euch doch mal gegenseitig. Als Beistand musst du doch nicht rechtskundig sein. Allein dass jemand dabei ist, lässt so manchen SB deutlich überlegter agieren
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Re: Beistand, wie macht man es richtig?

#16

Beitrag von Koelsch » Do 24. Jan 2019, 19:04

:jojo: :jojo:
Frei nach Hanns-Dieter Hüsch, ist der Kölner überhaupt zu allem unfähig. Er weiß nix, kann aber alles erklären.
Deshalb kann von mir keine Rechtsberatung erfolgen, auch nicht per e-mail oder PN.

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Re: Beistand, wie macht man es richtig?

#17

Beitrag von schimmy » Do 24. Jan 2019, 19:17

:jojo:

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Re: Beistand, wie macht man es richtig?

#18

Beitrag von friys » Fr 25. Jan 2019, 11:07

schimmy hat geschrieben:
Do 24. Jan 2019, 17:40
Ich stelle mir die Frage warum lässt man sich von einem SB anschreien?
Was unternimmst Du in den ersten zwei, drei Sekunden bei einem Schreianfall des JC-SB? Diese (Schreck-) Sekunden kann nicht einmal ein Beistand verhindern.

Szenario: Wird als Reaktion von den Betroffenen zurück geschrienen, was m. E. ein verständlicher Reflex wäre, und beendet der JC-SB darauf hin das Gespräch, fordert die Betroffenen zum sofortigen Verlassen der JC-Räumlichkeiten auf, droht ggf. mit der Security, und verhängt zusätzlich ein befristetes Hausverbot für den Beistand.

Es braucht schon ein gerüttelt Maß an sozialer Kompetenz, Disziplin und Souveränität, um dem Momentum gerecht zu werden. Das ganze Hin und Her, das volle Programm mit Beschwerden, Anwalt, Sozialgericht ec cetera pp. wird nicht spurlos an den Beteiligten vorbei gehen - selbst wenn den Betroffenen irgendwann Recht zugesprochen werden sollte.

Nebenbei: Wird der Hausfrieden und der Dienstablauf durch rücksichtsloses Verhalten nachhaltig gestört, darf das Jobcenter ein befristetes Hausverbot verhängen. Das entschied das Sozialgericht Heilbronn mit Beschluss vom 19.11.2014, Az.: S 10 AS 3793/14
Pressemitteilung SG Heilbronn vom 26.11.2014 > http://www.sg-heilbronn.de/pb/,Lde/Pres ... 6_11_2014/

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Re: Beistand, wie macht man es richtig?

#19

Beitrag von kleinchaos » Fr 25. Jan 2019, 12:13

Auch gegen rücksichtslose und schreiende SB?

Gegen Brüllaffen hilft Lachen. Ok, wird in so einem Moment wohl eher als Provokation aufgefasst
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Re: Beistand, wie macht man es richtig?

#20

Beitrag von friys » Fr 25. Jan 2019, 12:32

Ein erprobter und erfahrener Beistand, mit Haaren auf den Zähnen, wird einem "Brüllaffen" eher Respekt abtrotzen, als ein notleidender ELB mit Gelegenheits-Good-Will-Beistand. Provokation in Schrittform, mit einem Lächeln in der Schreibe, that's it!

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Re: Beistand, wie macht man es richtig?

#21

Beitrag von HarzerUrvieh » Fr 25. Jan 2019, 16:59

Zu den Aufzeichnungen:
mir ist bewusst, dass es grenzwertig ist. Ungefähr so grenzwertig, wie das Verhalten des JC. Wo kein Kläger...
Die Aufzeichnungen nutze ich für die Ergänzung des Protokolls des "Beistandes".
Die "Beweiskraft" der Aufzeichnung ist etwa so hoch, wie die unerlaubten Videoaufzeichnungen damals beim Discounter. Als Beweis wurden sie nicht akzeptiert, aber nach der Vorführung war es schwer das Gegeteil zu behaupten...

Zur Lautstärke:
sicher gehören da immer zwei zu. Eine Seite ist bezahlt, geschult und "professionell", bekommt vermutlich sogar eine Supervision, die andere Seite befindet sich in einer psychischen Ausnahmesituation und wird seit Wochen provoziert...

Zu nachher und auch sonst weiß ich vieles besser:
entschuldige bitte, das ich gefragt habe...

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Re: Beistand, wie macht man es richtig?

#22

Beitrag von marsupilami » Fr 25. Jan 2019, 19:03

Laß Dich nicht unterkriegen.

Hinterher sind immer alle schlauer!

Wenn Du Dir das mit der Begleitung nun doch nicht so zutraust, dann ist das so und wir - alle - haben das zu akzeptieren.
Denn es ist Dein Leben, Deine Gesundheit. Auch die psychische Gesundheit.
Also laß Dich nicht unter Druck setzen.
Erst recht nicht aus dem Forum heraus.

Wir können nicht alle Koelsch, kc, .... , Supermann sein.
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Re: Beistand, wie macht man es richtig?

#23

Beitrag von HarzerUrvieh » Fr 25. Jan 2019, 19:19

:-)

nee, nee, ich möchte schon den Beistand spielen. Vermutlich in ähnlicher Art wie kölsch. Das könnte an der regionalen Nähe liegen. Oder einfach am Gemüht ;-)

Der "Untergang" war ironisch gemeint...

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Re: Beistand, wie macht man es richtig?

#24

Beitrag von kleinchaos » Fr 25. Jan 2019, 21:26

Ja klar ist man hinterher immer schlauer. Ich auch. Ich kann ja auch klug krähen, hab bestimmt schon 1000 mal Beistand gemacht, wahrscheinlich sogar öfter. Da lernt man, da erlebt man die seltsamsten Situationen.
Fakt ist aber: ist eine 2. Person dabei, werden die meisten SB deutlich ruhiger und vorsichtiger mit ihren Aussagen, Drohungen usw.
Häufigster Satz meiner Schützlinge nach einem Gespräch (gleich nach Danke): ich erkenn den/die SB gar nicht wieder, der/die ist wie ausgewechselt! Der ist ja lammfromm!
Und dabei sag ich selten meine Funktion in der Ini. Ok, ein paar SB kennen mich schon ne Weile, manches spricht sich rum, mit manchen kann man sogar zusammenarbeiten, manche kennen mich auch aus Radio und TV, aber wer wirklich Proll sein will, der ist auch mit Beistand prollig. Solche SB hab ich auch schon erlebt, wenngleich diese Sorte seltener gewordener ist.

Tip: wenn ein Gespräch unerträglich wird, oder zu keinem Ergebnis führt, dann aufstehen und gehen.
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Re: Beistand, wie macht man es richtig?

#25

Beitrag von Koelsch » Fr 25. Jan 2019, 21:38

kleinchaos hat geschrieben:
Fr 25. Jan 2019, 21:26
Häufigster Satz meiner Schützlinge nach einem Gespräch (gleich nach Danke): ich erkenn den/die SB gar nicht wieder, der/die ist wie ausgewechselt! Der ist ja lammfromm!
Genau das höre ich auch des öfteren, wobei ich ja längst nicht so viele Begleitungen mache wie kc.
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